Zufriedenheit ist ein seltsames Wort. Es kommt mir fast schon ein wenig altmodisch vor. Was kann es denn schon bedeuten, zufrieden zu sein, wenn man von allen Seiten hört, es müsse alles besser werden? Zufriedenheit klingt aus dieser Sicht nach Stillstand, ja vielleicht auch Resignation. Man ist zufrieden, es ist schon OK, so wie es ist. Passt schon.
Doch halt – echte Zufriedenheit hat nichts mit Resignieren zu tun. Nichts mit dem im Hinterkopf nagenden Gefühl, dass es vielleicht doch nicht so in Ordnung ist. Zufriedenheit ist ein Gefühl, mit sich selbst im Reinen zu sein. Bei sich selbst angekommen zu sein und dabei nichts zu vermissen. Dieses Gefühl, das ich mit Zufriedenheit meine, braucht keine Bestätigung von außen. Es kommt von innen. Ist die Überzeugung – vielleicht nur für wenige Sekunden -, dass man am richtigen Weg ist. Es ist, als wenn der Blick genau in die Richtung des inneren Kompasses geht und man ganz klar sieht, was gut für einen ist.
Henning von Tresckow, treibende Kraft hinter dem Hitler-Attentat und Weggefährte von Claus Graf von Stauffenberg, hat als eine seiner fünf Lebensgrundsätze dazu sehr trefflich festgehalten: „Versuche allmählich aus deinem Inneren heraus zu innerer Klarheit und zum Glauben zu kommen, ohne dich durch fortwährendes, überreiztes doch zweckloses Suchen außerhalb deiner selbst aufzureiben.“ Wahre Zufriedenheit ist innere Klarheit. Eine Klarheit, die ich mir selbst geschaffen, ja mitunter über eine lange Zeit hart erarbeitet habe. Und es ist meine ganz persönliche Klarheit, nicht die Meinung anderer.