Über den Mut

Mit dem Mut ist es so eine Sache. Mut zu beschreiben, klingt einfach. Viele Beispiele gehen einem dabei durch den Kopf: von frühen Entdeckern, die in die Ungewissheit der Weite der Meere gestartet sind, um neue Länder zu entdecken, von Extremsportlern, die sich von Bergen in die Tiefe stürzen, von Menschen, die ihren sicheren Job aufgeben, um sich als Unternehmer zu probieren.

Doch was der eine mutig findet, mag der andere schon als nicht mehr so toll empfinden. Mut ist wohl etwas ganz Subjektives. Deswegen kann ich jemand anderem meinen Mut auch nicht gleichsam weitergeben. Objektiven Mut werden wir vergeblich suchen. Wie Michael Lehofer in seinem Buch „Mit mir sein“ sehr zutreffend schreibt, ist Mut immer eine Handlung gegen die Angst. So individuell die Ängste der Menschen sind, so speziell verhält es sich auch mit dem Mut.

Betrachtet man Mut unter diesen Gesichtspunkten, sind die wahrlich Mutigen vielleicht ganz andere, als wir auf den ersten Blick annehmen würden. Es sind nicht die, die am lautesten schreien. Es sind die Leisen, die bereit sind, sich auch gegen den Mainstream zu stellen. Jene, die ihre Überzeugungen auch dann vertreten, wenn sie Angst haben müssen, damit ausgegrenzt zu werden. Einsamkeit zählt zu den größten Ängsten. Trotzdem sein eigenes Ding zu machen, zeugt von wahren Mut.

 

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