Das Wort Zuversicht hat es heute schwer. Es klingt beinahe ein wenig altmodisch. In Zeit des beschleunigten Wandels dominieren doch Optimisten auf der einen und Pessimisten auf der anderen Seite. Dazwischen bleibt wenig Raum für anderes. Und überhaupt: ist Zuversicht denn ohnehin nicht gleich zu setzen mit Optimismus?
Vor einiger Zeit las ich eine Parabel von drei Fröschen, welche die Unterschiede zwischen Zuversicht, Optimismus und Pessimismus wunderbar illustriert: Drei Frösche fallen in einen Topf mit Milch. Der Pessimist denkt sich, es gibt ohnehin keine Rettung mehr, gibt auf und ertrinkt. Der Optimist sieht das ganz anders und vertraut darauf, dass Gott ihn rettet. Er wartet und wartet. Am Ende ertrinkt auch er. Der dritte Frosch ist der zuversichtliche. Er analysiert die Lage, stellt fest, dass sie schwierig ist und beschließt zu strampeln, damit er nicht untergeht. Er strampelt und strampelt. Es dauert seine Zeit, aber letztlich wird die Milch zu Butter und der zuversichtliche Frosch rettet sich mit einem Sprung aus dem Topf.
Ich gestehe, dass auch ich immer wieder mal eine Portion Zuversicht gebrauchen kann. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich dazu neige, alles zu 100% perfekt machen zu wollen. Ganz nach dem Motto: Wenn schon, denn schon! Mir kommen allerdings immer öfter Zweifel, ob diese Einstellung wirklich das Gelbe vom Ei ist. Nicht, dass ich etwas nachlässig machen will. Nein, es geht vielmehr darum, überhaupt mit etwas zu beginnen, wenn ich Bedenken habe, die 100% zu erreichen. Die Folge ist häufig, dass ich in meinen Träumen verbleibe.
Wie ich kürzlich wieder mal mit meinem Zaudern haderte, erreichte mich eine Nachricht meines Cousins Maik Vukan. Sie war kurz und knackig: „Besser nur 80%ig machen als 100%ig nur träumen.“ Diese Nachricht traf genau den Punkt. Zuversicht kommt durch das Machen und Tun. Dabei geht es gar nicht mehr darum, dass das Ziel zu 100% erreicht wird. Der Sinn liegt im Beginnen und Machen. Und da schließt sich der Kreis zur zur Parabel mit den Fröschen. Zuversicht erfordert Tun. Von 100% Zielerreichung ist nirgends die Rede.
PS: Maik Vukan ist übrigens einer, der „einfach mal macht“. Wie und was er da genau tut, findet man unter: http://www.aworldfullofstories.com
Diese -sehr schönen- Gedanken stimmen mich „zuversichtlich!
Und 80 % ist ja alles andere als wenig. Find ich ganz toll geschrieben.
PS: Ihr Cousin ist ja auch mehr als spannend. werde Ihn verfolgen, das ist schon ein großes Ding, das er angeht, Respekt.
Alles Liebe
Klaus Bernhard
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