Die Frage nach dem Sinn

Unzählige Bücher, Seminare, Berater und Gurus beschäftigen sich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens. Stunden, Tage, Wochen und Jahre lassen sich damit füllen. Scheint eine Antwort gefunden, ist deren Halbwertszeit oft nur kurz. Die Realität des Lebens, das Faktische und Unvermeidliche, testet die neuen Sinnbilder ohne jede Sentimentalität.

Die geschützte Welt des Denken und Grübeln ist auch immer ein Stück heile Welt, in der wir experimentieren können, ohne großen Schaden anzurichten oder selbst zu erleiden. Nur so funktioniert die Welt außerhalb unserer Gedanken und Überlegungen nun einmal nicht. Diese „andere“ Welt – die Realität – fordert Entscheidungen und Handeln von uns. Sie erwartet Antworten. Für manche gibt sie uns eine längere Frist, lässt uns Zeit für eine Nachdenkpause und Gedankenexperimente. Andere Antworten braucht sie sofort ohne zu zögern.

Diese konkreten Fragen, die uns das Leben fortwährend stellt, sind für jeden einzigartig.  Jeder Mensch lebt in einer ganz individuellen Lebenssituation, verfügt über ein einzigartiges Schicksal. Und so ist es mit diesen konkreten Fragen, die sich uns ohne Unterlass stellen. Die kleinen Fragen des täglichen Lebens und die großen, richtungsweisenden Entscheidungen sind so individuell wie unsere jeweiligen Lebenssituationen.

Vor diesen Fragen der Lebensrealität können wir nicht davonlaufen. Vielleicht gewinnen wir Zeit, in dem wir manche Antworten aufschieben. Das Leben vergisst aber keine der Fragen. Und keine Antwort ist auch eine Antwort, denn dann entscheiden andere für uns – ob wir wollen oder nicht. Wenn man dies verinnerlicht, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass der Sinn des Lebens nicht im Nachdenken und Grübeln liegen kann.

Machen wir uns keinen schweren Kopf mit der Frage nach dem Sinn des Lebens. Das Leben gibt uns die Antwort nämlich in jedem Moment unseres Seins, in dem wir auf die konkreten Anforderungen unserer eigenen Lebenssituation Antworten finden. Der Sinn des Lebens liegt in diesem eigenverantwortlichen Entscheiden und Handeln.

 

 

 

Ein Gedanke zu “Die Frage nach dem Sinn

  1. Die Frage nach dem Sinn des Lebens erscheint schon im Keim fragwürdig. Wenn man bedenkt, wieviel Leid entstanden ist und noch immer entsteht durch Menschen, die vorgaben und vorgeben die Antwort gefunden zu haben.
    Der Mensch wendet sich an höhere Mächte, an Götter, an einen Gott und gründet Interessensgemeinschaften, die vorgeben, den Sinn des Lebens gefunden zu haben.
    Der Mensch verehrt Führer und Auserwählte, die vorgeben den Sinn des Lebens zu kennen.
    Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das tötet und seinesgleichen, nur weil vielleicht andersdenkend, verfolgt und tötet. Das auch aus dem Motiv heraus, den Sinn des Lebens, die Wahrheit zu kennen.
    Der Mensch nimmt sich selbst so wichtig, er glaubt wichtige Entscheidungen zu treffen.
    Der Mensch sieht sich als Zentrum des Seins, er glaubt er Handelt weil er denkt.
    Vielleicht ist das Leben sinnlos?
    Vielleicht ist der Mensch nur eine Laune dessen, das wir nicht kennen – und damit sinnlos?

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